
Presseberichte
Steigende Kraftstoffkosten bedrohen Busunternehmen (Bad Waldsee)
Die RBO Regionalverkehr Bodensee Oberschwaben GmbH ist ein Zusammenschluß von 17 privaten Busunternehmen im bodo Verbund (Landkreise Ravensburg und Bodenseekreis). Wie die RBO mitteilt, sehen sich die Unternehmen durch die hohen Dieselpreise zunehmend in ihrer Existenz bedroht. „Der Kostendruck wächst ständig!" so Wolfgang Pfefferle, einer der beiden Geschäftsführer der RBO. „Es sind nicht nur die Dieselpreise, die uns im Nacken sitzen, sondern auch viele andere Kosten wie z. B. Einkaufspreise für Fahrzeuge und Ersatzteile laufen aus dem Ruder. Die Dieselpreise aber treffen uns besonders hart." Diese sind innerhalb eines Jahres um ca. 35% angestiegen und es ist kein Ende der Preisspirale in Sicht. Hinzu kommt, daß seit einigen Jahren die öffentliche Hand massiv ihre Ausgaben für den ÖPNV kürzt. Die sowieso schon geringen Margen in der Branche werden vollends aufgefressen. Die Verkehrsunternehmen sehen keine andere Möglichkeit, als sich an die Politik zu wenden. „Es muß etwas geschehen und zwar bald, ansonsten werden die privaten Busunternehmer nicht überleben." schildert Pfefferle die dramatische Lage. Die Busunternehmer schlagen vor, den ÖPNV von der Mineralöl-Steuer zu befreien, da man das Verkehrsangebot ansonsten überdenken müßte. Die Busunternehmen wollen keine Verbindungen kürzen. Aus ihrer Sicht sollte das ÖPNV-Angebot eher ausgebaut werden. Pfefferle: „Dies geht aber nur bei Schaffung entsprechender Voraussetzungen und nicht, indem man uns das (Über)Leben immer noch schwerer macht. Es paßt einfach nicht zusammen, daß die Politiker auf Klimagipfeln über die Halbierung des CO2-Ausstosses diskutieren, die Busunternehmen aber, die durch ihr Verkehrsangebot maßgeblich zur Reduktion des Treibhausgases beitragen und unter besseren Rahmenbedingungen noch viel mehr beitragen könnten, in keinster Weise unterstützt werden."
Das richtige Angebot für Nachtschwärmer
Der „Nachtschwärmer" zwischen Ravensburg und Berg erfreut sich steigender Beliebtheit
Auf der Buslinie 10 zwischen Ravensburg und Berg verkehrt seit einigen Jahren ein unter dem Markennamen „Nachtschwärmer" bekanntes Linientaxi. Das Angebot der Omnibus Grabherr GmbH erfreut sich stetig steigender Beliebtheit. Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen:
Der Nahverkehrsmarkt befindet sich seit einiger Zeit im Umbruch und die Rahmenbedingungen für den ÖPNV im ländlichen Raum haben sich dramatisch gewandelt. Finanzierungsformen, wie beispielsweise die Ausgleichszahlungen des Bundes für die Schülerbeförderung oder die Förderung beim Kauf neuer Omnibusse, versiegen zunehmends. Die steigenden Spritpreise und der demographische Wandel der Gesellschaft (Rückgang der Schülerzahlen) setzen die Verkehrsunternehmen verstärkt unter einen hohen wirtschaftlichen Druck. Für das öffentliche Verkehrsangebot auf dem Lande bleibt dies nicht ohne Folgen. Vielerorts werden Fahrpläne ausgedünnt oder Verbindungen gestrichen.
Nicht so zwischen Ravensburg und Berg. Im Jahr 2003 hat die Fa. Grabherr mit dem „Nachtschwärmer" ein Mobilitätskonzept entwickelt, dass eine deutliche Ausweitung des Fahrplanangebots in den Abend- und Nachtstunden ermöglichte. Um die Betriebskosten zu senken, wurde ein innovativer Ansatz verfolgt: Statt eines großen Linienbusses verkehrt ein kostengünstigeres Taxi im Auftrag des Omnibusunternehmens. Ferner beteiligt sich die Gemeinde Berg an der Finanzierung der laufenden Betriebskosten, die nicht durch Fahrgeldeinnahmen gedeckt werden.
Freitag- und Samstagabend werden seither drei Nachtfahrten um 22:22, 23:22 und 0:22 Uhr von Ravensburg Gartenstraße nach Berg Weilerhalde angeboten.
Das Angebot wird von den Fahrgästen mittlerweile sehr gut angenommen. Der Nachtschwärmer befördert pro Wochenende bis zu 45 Personen. „Wir rechnen bei steigender Tendenz mit etwa 2.500 Fahrgästen pro Jahr", so Bernd Grabherr, Geschäftsführer der Omnibus Grabherr GmbH mit Sitz in Waldburg.
Im Dezember 2007 wurde auf Wunsch und mit finanzieller Beteiligung der Gemeinde Berg der Fahrplan nochmals ausgeweitet. Montag bis Donnerstag gibt es zwei zusätzliche Abfahrten um 20:24 und 21:24 Uhr von Ravensburg nach Berg-Weiler. Erstmals verkehren auch am Sonntagnachmittag zwei Fahrten von Berg-Weiler nach Ravensburg und drei Spätverbindungen am Abend wieder zurück.
Positiv bewertet Bernd Grabherr die Tatsache, dass ein Angebot geschaffen wurde, das noch viel Entwicklungspotential aufweist. Bei weiter steigenden Fahrgastzahlen kann in Zukunft auch wieder ein Linienbus eingesetzt werden, der sich dann wirtschaftlich rechnet.
Informationen zum Fahrplan:
Der Nachtschwärmer verkehrt ohne vorherige telefonische Anmeldung.
Für Kleingruppen ab 8 Personen ist jedoch eine Buchung unter der Rufnummer 0751 / 44444 erforderlich. Der Fahrplan der Linie 10 ist im Internet unter http://www.stadtbus-rv-wgt.de/ erhältlich. Telefonische Auskünfte erteilt die Fa. Grabherr unter Telefon 07529 / 97158-0.
Portrait:
Willi Weißhaupt - Ein Busfahrer-Urgestein
30 Dienstjahre als Omnibusfahrer für die Firma Stauber hat Willi Weißhaupt auf dem Buckel. Grund genug, Herrn Weißhaupt anlässlich seines Jubiläums zu seinen Erlebnissen und Gedanken als Busfahrer zu befragen.
Herr Weißhaupt, warum mögen Sie Ihren Beruf?
Als Busfahrer ist man am Lenkrad sein eigener Chef. Es gibt mir ein Gefühl von Freiheit, einen großen Linien- oder Reisebus über die Straßen zu lenken. Außerdem lernt man Land und Leute kennen.
Sie fahren seit 10 Jahren fast ausschließlich nur noch im Linienverkehr. Was sind die größten Unterschiede zum Reiseverkehr?
Die Arbeitszeit ist berechenbarer. So kann ich Freizeitaktivitäten nach Feierabend oder am Wochenende viel besser planen.
Als Linienbusfahrer braucht man aber stärkere Nerven. Die Fahrgäste sind anonymer und hektischer. Man hat einen geringeren Status, denn im Gegensatz zum Reisebusfahrer wird man nicht beklatscht, wenn man sein Ziel pünktlich und sicher erreicht hat.
Was macht aus Ihrer Sicht einen guten Omnibusfahrer aus?
Man muss in gewissen Situationen cool bleiben und darf kein „Flatterfidla" sein. Der Fahrgast muss immer das Gefühl haben, dass der Fahrer jede Situation hundertprozentig im Griff hat. Zu einem guten Fahrer gehört außerdem ein seriöses und selbstsicheres Auftreten gegenüber den Fahrgästen.
Wie viele Kilometer haben Sie in Ihrer Busfahrerkarriere schätzungsweise zurückgelegt?
Die Jahresfahrleistung liegt bei etwa 70.000 Kilometern. Ich denke, dass ich in 30 Jahren etwa 2 Millionen Kilometer gefahren bin. [Anmerkung: Das entspricht ca. 50 Erdumrundungen].
Was war das schönste Erlebnis als Busfahrer?
Das war vor vielen Jahren auf einer Reisebusfahrt nach Rom. Bei einer Audienz durfte ich Papst Johannes Paul II. die Hand schütteln.
Gibt es kuriose oder auch ein bisschen verrückte Geschichten, die Sie erlebt haben?
Oh ja, da kann ich so manche Geschichte aus dem Nähkästchen plaudern. Auf einer Tour nach Marktheidenfeld habe ich abends den Bus auf dem Parkplatz direkt am Main abgestellt. Am nächsten Morgen kam ein Fahrgast auf mich zu und rief ganz aufgeregt, dass der Bus unter Wasser stünde. Als ich den Parkplatz erreichte, konnte ich mir ein Ausmaß von der Bescherung machen: Der Main war hochwasserbedingt während der Nacht über die Ufer getreten und hatte den Bus knöcheltief unter Wasser gesetzt. Wie Sie auf dem Foto erkennen, musste ich barfuß und mit hochgekrempelten Hosen durchs Wasser waten und den Bus behutsam aus den Fluten des Mains heraussteuern.

Eine andere Anekdote, die ich immer gerne erzähle, ereignete sich auf dem 2.700 Meter hohen Nufenen-Pass in der Schweiz. Mitten im Juli wurden wir von einem Wetterumschwung überrascht, der der unvorstellbare sommerliche Schneemassen mit sich brachte. Gott sei Dank hatte ich Schneeketten dabei. Meine Schuhe waren allerdings überhaupt nicht wintertauglich. Damit sie nicht nass wurden, habe ich die Schneeketten barfuß aufgezogen. Eine bitterkalte Angelegenheit...
Die Firma Stauber gehört heute zu Omnibus Grabherr in Waldburg. Was können Sie über das Unternehmen und das Betriebsklima sagen?
Ich bin der Firma Stauber 30 Jahre bei der Stange geblieben, weil das Betriebsklima und das Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten immer einwandfrei war. Das empfinde ich auch heute noch so und ich denke, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Gesundheit natürlich! Und dass sich die Arbeitsbedingungen in den 7 Jahren bis zur Rente nicht weiter verschlechtern. Die Leute sind oftmals streitwilliger und undankbarer als früher. Heute wird vieles als selbstverständlich empfunden...
Herr Weißhaupt, vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch, alles Gute für die Zukunft und allzeit Gute Fahrt!







